Robo Advisor sind relativ junge Unternehmen. Das sorgt bei manchen Anlegern für Zweifel: „Sind meine Ersparnisse wirklich sicher?“ Am 10. Mai 2017 meldete sich Cashboard insolvent, dem Robo Berater aus Berlin ist das Geld ausgegangen. Was wir aus dieser Pleite lernen können.

Hilfe, Cashboard ist pleite!

Das Start-up ist 2014 an den Start gegangen. Drei Jahre später mussten die Türen geschlossen werden. Auf den ersten Blick mag sich das nach einer traurigen Geschichte anhören. Aber ich sage: Für den neutralen Sparer ist diese Insolvenz ein Segen.

  1. Du siehst anhand eines realen Beispiels, wie mit den Einlagen umgegangen wird.
  2. So kannst du besser beurteilen, ob Robo Advisor eine seriöse Geldanlage sind.

Robo Berater werben mit einer einfachen Geldanlage. Das stimmt, denn der Anlageprozess ist in 10 bis 30 Minuten abgeschlossen. Trifft das auch für den Cashboard-Insolvenzantrag zu?

Cashboard Logo

Wie ist die Insolvenz abgelaufen?

Cashboard hat am 10. Mai 2017 einen Insolvenzantrag (Aktenzeichen: 36c IN 2469/17) beim Amtsgericht Berlin-Charlottenburg eingereicht. Der Rechtsanwalt Torsten Martini fungierte als Insolvenzverwalter. Das klingt nach einem sehr ernsten Prozess. Für die Gründer-Brüder Robert und Stephan Henker waren das bestimmt keine schönen Tage. Und was ist mit den Anlegern?

Hier kommen die wichtigsten Fakten zur Robo-Insolvenz:

Die meisten Robo Advisor wie Scalable Capital (Test) oder vaamo (Test) setzen auf ETFs (Exchange Traded Funds). ETFs gelten als Sondervermögen und sind bei einer Bankenpleite gesetzlich geschützt. Die Gläubiger dürfen sich nicht an diesen Wertpapieren bedienen.

Robo Berater Sicherheit

Cashboard investierte vorwiegend in ETFs. Die Wertpapiere waren vor Fremdzugriff sicher. Für Barbestände auf dem Konto gilt sowieso die gesetzliche Einlagensicherung in Höhe von 100.000 Euro.

Es fehlt noch ein Puzzlestück: Robo Advisor können eine von der BaFin (Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht) oder von den IHK (Industrie- und Handelskammern) erteilte Lizenz haben. In beiden Fällen dürfen sie dein Geld nicht auf eigene Faust verwalten. Sie brauchen einen Partner, wo deine Ersparnisse sicher aufbewahrt sind. Dafür schließen die Roboter eine Kooperation mit einer Bank ab.

Im Falle von Cashboard war es die ebase, eine Tochter der comdirect bank. Die Anleger hatten somit ein Konto bei der ebase. Was können wir daraus schließen? Die Pleite von Cashboard hatte keine negativen Auswirkungen auf die Kundengelder. Denn die Ersparnisse waren bei der ebase sicher aufgehoben.

Was passiert nach einer Pleite?

Cashboard gab es nicht mehr, aber das Geld lagerte bei der ebase. So oder ähnlich würde es auch bei einem anderen Robo Advisor ablaufen. Nehmen wir an, ebase wäre pleitegegangen. Dann könntest du deine Wertpapiere einfach zu einer anderen Bank übertragen. Ob Robo Advisor oder Partnerbank, in beiden Fällen ist dein Kapital vor Fremdzugriff absolut sicher.

Kommen wir wieder zurück zur Cashboard-Pleite.

Robo Advisor Pleite

Da die meisten Robo Advisor nur in ETFs investieren, sind deine Ersparnisse zu 100 % gesichert. Doch was tun im Falle einer Pleite? Bei Cashboard hatten Anleger folgende Auswahlmöglichkeiten:

  1. Wertpapiere liegen lassen: Falls du ein wenig Ahnung von Börse hast, hättest du die ETFs und Co. im Depot behalten können. Einziger Nachteil: Es gibt keine Verwaltung mehr von Cashboard. Du musst dich selber um deine Geldanlage kümmern.
  2. Wertpapiere verkaufen: Natürlich hättest du die ETFs einfach veräußern können. Das geht ganz simpel über die Börse und ist schnell erledigt.
  3. Robo Advisor von ebase nutzen: Das ist eine sehr elegante Option. Da Cashboard eine Kooperation mit der ebase hat, hättest du auch den Robo Berater dieser Bank nutzen können. Fortan wäre das Robo Advising über ebase gelaufen.

Ich persönlich hätte meine Wertpapiere verkauft und sie zu einem anderen Robo Berater übertragen. Meiner Meinung nach sind Scalable Capital und vaamo eine sehr gute Wahl.

Droht auch meinem Robo Advisor die Insolvenz?

Für mich hat die Cashboard-Pleite ein wesentliches Argument: die Geschäftsidee.

Der Roboter verzichtete auf Grundgebühren und finanzierte sich ausschließlich über eine Erfolgsbeteiligung. Bei jedem neuem Allzeithoch wurden 10 % an Gebühren erhoben. Im Umkehrschluss konnte Cashboard nichts verdienen, wenn sich die Märkte im Sinkflug befanden.

Ein weiteres Problem: Der Robo Advisor garantierte eine jährliche Mindestrendite von 2,0 %. Wie es die Praxis zeigt, war das kein gutes Geschäftsmodell.

Ich persönlich sehe meine drei Testsieger als sehr stabil an. Dabei handelt es sich um Scalable Capital, vaamo und Whitebox. Sie verlangen eine Grundgebühr, um sich finanzieren zu können. Außerdem verfügen sie über starke Kapitalgeber. Blackrock, der weltweit größte Vermögensverwalter, hat in Scalable Capital über 30 Millionen Euro investiert.

Fazit: Robo Advisor sind eine seriöse Geldanlage

Die Pleite von Cashboard zeigt, dass dein Geld sicher verwahrt ist. Nach der Insovenz gab es keine Probleme mit den Einlagen. Du konntest sie dir sofort auszahlen lassen, um zu einem anderen Robo Advisor zu wechseln. Aus diesem Grund sehe ich die Pleite von Cashboard als positiv an.

Die Insolvenz zeigt: Du kannst einem Robo Advisor dein Kapital ohne Sicherheitsbedenken anvertrauen.