3… 2… 1… der Ring ist eröffnet. Es stehen sich aktive und passive Robo Advisor gegenüber. Meine Damen und Herren, es ist ein spannender Fight! Wer wird das packende Finanz-Duell gewinnen?

Worin bestehen die Unterschiede?

Viele Anleger treffen eine spontane Entscheidung: „Mir hat die Werbung von diesem Roboter gefallen!“ Für mich persönlich ist das kein Argument für eine Geldanlage. Ich informiere mich genau, bevor ich mein Geld investieren. Manchen ist gar nicht bewusst, dass es aktive und passive Robo Advisor gibt.

Die Kontrahenten im Kurzprofil:

  • Aktive Roboter wie Scalable Capital (Test von Scalable Capital) erstellen eine Anlagestrategie. Gemäß dieser Strategie kann das Depot jederzeit umgeschichtet werden. Erkennt der Roboter einen fallenden Markt, könnte er einen Teil der Wertpapiere verkaufen und in weniger spekulative Anlageformen investieren. Eine Möglichkeit wären konservative Anleihen.
  • Passive Roboter bieten dir ebenfalls eine durchdachte Strategie. Vaamo (zum vaamo-Test) gilt als kompetenter Verteter. Im Vergleich zu aktiven Robos finden aber keine Umschichtungen statt. Das Depot bleibt in seiner Zusammensetzung bestehen. Der Grundgedanke hinter dieser Taktik: Aktive Strategien sind mit mehr Risiko behaftet. Langfristig konnten die Märkte in regelmäßigen Abständen neue Höchststände erzielen.

Welche Taktik ist besser?

Hier siehst du einen Chart des S&P 500. In diesem Index sind die 500 wichtigsten US-amerikanischen Unternehmen vertreten. Dazu zählen Firmen wie Amazon, Coca-Cola, eBay, Microsoft, Nike und Visa. Diese Konzerne sollten dir aus dem Alltag bekannt sein.

S&P 500 Kursverlauf

Wie du siehst, konnte der S&P 500 laufend neue Höchststände erzielen. Manchmal hat es über 10 Jahre gebraucht, aber langfristig ist diese Strategie bisher aufgegangen. Es gibt leider keine Garantie, dass dies auch in Zukunft so sein wird. In den vergangenen 50 Jahren hat diese Taktik jedoch sehr gut geklappt.

Der Anleger musste nur eine Tugend mitbringen: Geduld.

Passive Robo Advisor wie growney (zum growney Test) oder vaamo setzen auf die langfristige Entwicklung der Märkte. Bei dieser Taktik kann auf Umschichtungen verzichtet werden. Eine einmalige Zusammenstellung des Depots reicht absolut aus. Dafür solltest du mindestens 5 Jahre (am besten noch länger) investiert bleiben. Ich persönlich würde mein Geld mindestens 7 Jahre, aber eher 10-15 Jahre passiv anlegen.

Bei einem aktiven Roboter sieht die Welt anders aus. Der Robo Advisor versucht eine negative Entwicklung zu erahnen und ihr mit Käufen bzw. Verkäufen entgegenzuwirken. So soll eine höhere Performance als die des Gesamtmarktes erzielt werden.

In der Börsenwelt sind mit dem „Gesamtmarkt“ die wichtigsten Indizes der Welt gemeint. DAX, Dow Jones, Euro Stoxx 50, MSCI World und S&P 500 gehören zu diesem erlesenen Kreis.

Wie du bereits erahnen kannst, haben beide Taktiken ihre Vor- und Nachteile.

Was sind die jeweiligen Risiken?

Ein aktiver Robo Advisor wie Scalable Capital kann eine höhere Performance als der Gesamtmarkt generieren. Es sind jedoch auch kleinere Gewinne und höhere Verluste möglich. Prinzipiell kannst du bei aktiven Robos kurzfristig bis langfristig investiert bleiben.

Der passive Roboter stellt das Depot nur einmalig zusammen. Mit etwas Pech kannst du eine negative Marktphase erwischen. Dann kann es einige Jahre dauern, bis sich die Börse wieder erholt hat. Deshalb sind passive Robo Berater in meinen Augen eher eine langfristige Geldanlage.

Welcher Robo Advisor passt zu mir?

Zuerst solltest du über deinen Anlagezeitraum nachdenken. Bei kurzfristigen Kapitalanlagen von unter 5 Jahren würde ich persönlich zu einem aktiven Roboter tendieren. Möchtest du langfristig (über 5 Jahre) investiert bleiben, hast du die Qual der Wahl. Beide Optionen kommen für dich infrage.

Das Dilemma lässt sich relativ leicht lösen. Meiner Meinung nach sollte man sein Kapital einfach auf mehrere Robo Advisor verteilen. Ich persönlich würde mein Kapital splitten:

  • konservative Geldanlage: 30 % aktiv, 70 % passiv
  • ausgewogene Geldanlage: 50 % aktiv, 50 % passiv
  • spekulative Geldanlage: 70 % aktiv, 30 % passiv

Für diese Strategie braucht es zwei kompetente Robo Advisor. Persönlich halte ich Scalable Capital (aktiv) und vaamo (passiv) für seriöse Anbieter. Dann wird das Geld gemäß der bevorzugten Strategie gesplittet. Als Beispiel nehmen wir 22.000 Euro mit der „ausgewogenen Geldanlage“. Der Beispiel-Anleger würde nun jeweils 11.000 Euro bei Scalable Capital und 11.000 Euro bei vaamo investieren. (Scalable Capital hat eine Mindestanlagesumme von 10.000 Euro. Bei kleineren Beträgen ab 5.000 Euro ist der aktive Robo Advisor Whitebox eine gute Wahl.)

Bitte beachte, dass alle Werte keine Anlageempfehlung darstellen.

Fazit: Der Kampfrichter sagt, es ist ein Unentschieden

Jeder Robo Advisor bringt seine Vorteile mit sich. Da aktive Roboter einen höheren Aufwand betreiben, verlangen sie höhere Gebühren.

Passive Roboter hingegen sind günstiger, aber verfügen über weniger ausgetüftelte Strategien. Sie versuchen den Gesamtmarkt nachzubilden. Dafür stellen sie dir anfangs ein Depot zusammen. Weitere Änderungen gibt es nicht, mit einer Ausnahme: dem jährlichen Rebalancing. Im Laufe des Jahres können sich die Anteile der Wertpapiere verändern. Sagen wir, der Anteil an Aktien steigt von 40 auf 60 %. Um die ursprüngliche Quote von 40 % wiederherzustellen, werden Käufe und Verkäufe durchgeführt.

Ich persönlich würde mein Kapital auf aktive und passive Robo Advisor splitten. So kannst du die Vorteile von beiden Anlagearten genießen und trägst zu einer breiten Diversifikation (Streuung) deines Kapitals bei. Ganz schön clever, nicht wahr?