Aus rechtlicher Sicht gibt es zwei verschiedene Arten von Robo Beratern. Hast du dich bereits über die Lizenz deines Anbieters erkundigt? Ob der Robo Advisor nach § 34f GewO oder nach § 32 KWG lizenziert ist, macht einen deutlichen Unterschied.

Was ist der Unterschied?

Die Roboter lassen sich in 2 Gruppen einteilen:

  1. Lizenz gemäß § 34f Gewerbeordnung (GewO): Das ist die sogenannte Lizenz als Finanzanlagenvermittler.
  2. Lizenzierung nach § 32 Kreditwesengesetz (KWG): Der Robo Advisor tritt als Vermögensverwalter auf.

Auf die genauen Unterschiede möchte ich nun näher eingehen.

1. Finanzanlagenvermittler

Ein Finanzanlagenvermittler unterbreitet dir lediglich einen Anlagevorschlag. Das wird anhand des Wortes „Vermittler“ deutlich“. Konkret gesagt: Der Robo Advisor stellt dir 5-15 Fragen. Aus den Antworten ermittelt er eine passende Anlagestrategie. Genau diese Strategie wird umgesetzt und keine andere.

Die Aufsicht erfolgt durch die zuständige Industrie- und Handelskammer (IHK).

Der Robo Advisor darf keine eigenmächtigen Entscheidungen treffen. Er kann nicht auf tägliche Marktschwankungen reagieren. Solche Roboter folgen einer Strategie wie „40 % Aktien und 60 % Anleihen“. An diesem Prinzip wird während der gesamten Anlagedauer festgehalten. Das ist durchaus sinnvoll, da derartige Strategien in der Vergangenheit positiv performt haben.

Das erkennst du an der historischen DAX-Entwicklung:

DAX langfristig

Robo Advisor investieren bevorzugt in ETFs, die einen Index wie den DAX nachbilden. Aus diesem Grund habe ich den DAX-Chart ausgewählt.

Ein Finanzanlagenvermittler stellt dir quasi nur dein Anfangsportfolio zusammen. Danach führt er keine Änderungen ohne deine Erlaubnis durch. Mit einer Ausnahme: Setzt er auf eine Strategie wie „20 % Aktien und 80 % Anleihen“ gibt es ein jährliches Rebalancing. Im Laufe des Jahres können sich die Anteile verschieben. Das ist dann der Fall, wenn die Aktien stark steigen und sich so ihr Anteil auf sagen wir 35 % erhöht. Durch Käufe und Vekäufe wird das alte Verhältnis von 20:80 wiederhergestellt.

Robo Advisor nach § 34f GewO:

  • easyfolio
  • growney
  • VisualVest

2. Vermögensverwalter

Ein Robo Advisor nach § 32 KWG hat einen breiteren Handelsspielraum. Der Finanzanlagenvermittler stellt dir nur ein anfängliches Depot zusammen. Das ist auch beim Vermögensverwalter der Fall. Doch der Verwalter darf auch Änderungen am Depot vornehmen. Dafür muss er dich nicht um Erlaubnis bitten, wie es beim Vermittler zwingend vorgeschrieben ist.

Ein Vermögensverwalter kann das Depot umschichten. Riecht er einen Börsencash, kann er theoretisch einen Großteil der Aktien verkaufen.

Börsencrash riechen

Dabei geht er vor, wie es seiner Nase beliebt. Solche Robo Advisor orientieren sich lediglich an der gewünschten Risikoklasse.

Die Regulierung erfolgt durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin).

Derartiger Roboter bieten ein Vorteil: Sie können den Gesamtmarkt schlagen. Finanzanlagenvermittler setzen tendenziell auf ein starres Aktien-/Anleihensystem mit jährlichem Rebalancing. Daher ist deren Wertentwicklung eng an die gewählten Indizes geknüpft. Ein Vermögensverwalter hingegen kann durch aktive Transaktionen eine Outperformance erzielen. Es ist jedoch auch eine geringere Rendite als der Gesamtmarkt möglich.

Robo Advisor nach § 32 KWG:

  • cominvest
  • fintego
  • Ginmon
  • quirion
  • Scalable Capital
  • vaamo
  • Whitebox

Bitte beachte: Nicht alle Vermögensverwalter setzen auf eine aktive Strategie. Vaamo hat sich für eine passive Anlagestrategie entschieden. Künftig könnten jedoch auch aktive Handelsansätze hinzukommen.

Fazit: Robo Advisor sind streng lizenziert

Ich persönlich werte beide Lizenzen sehr positiv. Die BaFin und die IHK gelten als seriöse Institutionen. Bist du selbstständig tätig, hast du bereits persönlich mit der IHK zu tun gehabt. Robo Berater sind kein Betrug, da sie streng überwacht werden. Bei einem kleinen Verstoß könnten sie ihre Zulassung verlieren.

Robo Advisor sicher

Bezüglich der Sicherheit macht es keinen Unterschied, ob du dich für einen Robo Advisor gemäß § 34f GewO oder nach § 32 KWG entscheidest.

Der allgemeine Markttrend lässt eine klare Tendenz erkennen. Die meisten Robo Advisor versuchen eine BaFin-Lizenz zu erhalten. So können sie sich frei entscheiden, ob sie passive und/oder aktive Strategien anbieten. Verfügen sie nur über eine IHK-Lizenz, dürfen sie lediglich passive Ansätze vermarkten.